Weniger ein "versprechen" als ein "verdenken"
Vorwort von Gustav Parthey zur Erstausgabe der Gallettiana (1866)

Indem wir die reiche Literatur der Werke auf -ana um eins vermehren, fürchten wir nicht, die Impietät gegen das Andenken eines verdienten Schulmannes und geachteten Schriftstellers geziehen zu werden. Die Versehen, welche ihm beim mündlichen Vortrage entschlüpften, kann man weniger ein "versprechen" als ein "verdenken" nennen. Deshalb besitzen sie für jeden, der Sinn für Humor hat, einen so großen Werth. Ihre Veröffentlichung kann dem anerkannten literarischen Verdienste des Mannes, von dessen einfachem Lebensgange hier ein kurzer Abriss erfolgt, keinen Eintrag thun.

Johann Georg August Galletti war zu Altenburg den 19. August 1750 geboren und studirte in Göttingen. Der erste Anlass zu seiner schriftstellerischen Thätigkeit soll der Umstand gewesen sein, daß er auf dem Gute des Herrn von Schlotheim, wo er als Hauslehrer lebte, eine kleine Handdruckerei vorfand, auf der er einen selbstverfaßten "Leitfaden der Geschichte" für seine Zöglinge auch selbst druckte. Er erhielt im Jahre 1783 eine Professur am Gymnasium zu Gotha, der er bis 1819 vorstand. In den wohlverdienten Ruhestand eingetreten, starb er am 16. März 1828.

Er theilte seine ganze Thätigkeit zwischen dem Katheder und dem Schreibtische. Die von ihm herausgegebenen zahlreichen Werke der Geschichte und Geographie fanden den allgemeinsten Beifall und erlebten viele Auflagen. Seine unvergleichlichen Aussprüche auf dem Katheder wurden anfangs von den Schülern mündlich herumgetragen, dann aber, als sie in Werth und Zahl zunahmen, schriftlich aufgezeichnet. Einzelnes davon erschien auch in Zeitschriften. Die nachstehende Sammlung, aus mehreren unabhängigen Heften zusammengestellt, ist von manchem unbedeutenden gereinigt, und enthält nur eine Quintessenz des werthvollsten. Wir hoffen, daß sie den Liebhabern des höheren Blödsinns willkommen sein werde.

G. P.


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