Der Pegasus ist das schwerste, was man reiten kann
Von Marquardt und anderen "Berufskollegen" als Schöpfer von Kathederblüten

Der Pegasus ist das schwerste, was man reiten kann 
ist schon rechte Philosophie - eigentlich ist's genial, doch war's auch so gedacht? Oder doch nur ein Versprecher. Wie dem auch sei, der Pegasus jedenfalls stammt nicht aus dem Munde Professor Gallettis, sondern aus dem von seinem Kollegen Karl Joachim Marquardt (1812-1882), der ebenfalls am Gothaer Gymnasium lehrte, ihm eine zeit lang vorstand sowie als Philologe und Direktor der Friedensteinschen Sammlungen von sich reden machte. Die "Marquardtiana" ist weniger umfangreich als die "Gallettiana", aber nicht weniger vergnüglich. Weitere Blütenschöpfer-Kollegen schöpfen bis heute mit Erfolg. Eine Auswahl weiter unten.

Marquardtiana

Als Romulus Rom gründete, liefen lauter Wölfe in der Stadt herum.

Athen ist an einem Satze zugrunde gegangen: "Ordnung muß sein!"

In England ist die Königin immer eine Frau.

Modellieren ist eine Kunst, die aus Ton gemacht wird.

Es gab 15 Auguren; wenn einer starb, waren es nur noch 14, diese wählten dann nach dem Tode des Kollegen den Fünfzehnten aus ihrer Mitte.

"Werde ich sehr alt werden? Werde ich sehr jung werden?" Das waren schon bei den Alten sehr interessante Fragen!

Was der Cicero da gesagt hat, das ist richtig; was er aber nicht gesagt hat, das ist falsch.

Die Römer glaubten nämlich, wenn einer nicht begraben ist, so habe er im Grabe auch keine Ruhe.

Ägypten ist so leicht zu verteidigen, dass man hernach gar nicht herein kann.

Die alten Burgen am Rhein sind zugrunde gegangen durch die umliegenden Leute.

Zeitgenössische Kathederblüten

Lehrer (bei der schriftlichen Arbeit): Gehen Sie auf die Frage ein, manche schreiben alles voll und sagen nichts. Schüler: Und manche schreiben nichts, und das sagt alles.
In einem Pädagogik-Seminar an der Pädagogischen Hochschule Dresden 1983, die Beteiligten sind bekannt



Zeichnung:
Wilhem Busch (aus dem Prolog von "Fipps der Affe")
Pegasus, du alter Renner, | Trag mich mal nach Afrika,
Alldieweil so schwarze Männer | Und so bunte Vögel da.

 

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