Auf den Spuren Gallettis in Gotha 2004

Es gibt 100 weitere Gründe, nach Gotha zu kommen, und 1000 Gründe mehr für einen Thüringen-Besuch, als den, nach Galletti zu forschen. Doch das soll nicht Thema dieser Seite sein, drum sei weiter unten auf weiterführende Seiten in Sachen Gotha und Thüringen verwiesen sowie auf die Seite Reisen (nicht nur) zu Galletti. Der Gotha-Streifzug: Auf Gallettis Spuren führte uns der Weg zur Gallettistraße (mehr), ins Museum auf Schloss Friedenstein, ans Gymnasium Ernestinum (mehr) und zu seinem Grab in der Augustinerkirche (mehr).

Die Gallettistraße

Die Gallettistraße befindet sich am nord-östlichen Gothaer Stadtrand. Wer nicht gezielt nach ihr sucht, wird als Besucher der Stadt nicht auf sie stoßen. Wenn man nicht direkt in Gotha-Ost aus der Eisenbahn gestiegen ist (Linie Erfurt Gotha - Bad Langensalza - Göttingen), erreicht man sie am besten mit der Straßenbahn: Vom Bahnhof oder vom Huttenplatz aus fährt die Line 2 bis zur Endhaltestelle Ostbahnhof, von dort über- oder unterquert man die Gleise und befindet sich unmittelbar am Anfang der Gallettistraße. Sie erhielt ihren Namen 1993. Vorher (ab 1949) war sie nach Otto Heller, einem regionalen Gewerkschaftsfunktionär aus der Nachkriegszeit, benannt.

Die Kindleber Siedlung beiderseits des stadtwärtigen Teils der Gallettistraße ist ein interessantes Wohngebiet, eine für Flieger und Bedienstete des ehemals nördlich der Siedlung gelegenen Flugplatzes gebaute, für die Entstehungszeit komfortabe Zweckwohnsiedlung aus den 1920er Jahren mit großzügigen Gemeinschaftsflächen, Grünflächen und kleinen Gärten. Der Stil erinnert ein wenig an die Gartenstadt in Dresden-Hellerau, wenn auch nicht so avantgardistisch. Der Zustand der Siedlung ist aber miserabel: Anfang 2004 waren nur noch wenige Wohnungen bewohnt, die Siedlung ist zum Abriss vorgesehen.

Der stadtauswärtige Teil der Gallettistraße ist Teil eines Gewerbegebiets. [Nach oben | Mehr zur Gallettistraße]

Regionalmuseum auf Schloss Friedenstein

Im Museum für Regionalgeschichte und Volkskunde Gotha, wie es korrekt heißt, findet Galletti nur einen Platz am Rande. Dies soll kein Vorwurf sein, denn Gotha hat eine so von historischen, künstlerischen, wissenschaftlichen und Leistungen wie kaum eine andere Region und Stadt. Dass die Museologen Gallettis heutige Bedeutung verkennen, lässt sich aber sehr wohl feststellen, denn der kurze Text unter seinem Bildnis verweist lediglich auf seine nur regional bedeutsamen Verdienste als Historiker, sein Ruf als Vater der Kathederblüten weit über Thüringen hinaus bleibt unerwähnt. Aber so sind sie wohl, die Museologen, alles Heitere könnte ihre Ernsthaftigkeit beschädigen. ;o)

Immerhin: In der theaterhistorischen Abteilung ist eine Sänfte zu sehen, mit der die Schauspielerin und Opernsängerin Elisabeth Galletti, die Mutter des zerstreuten Professors, zu Proben und Vorstellungen getragen wurde - ein Privileg, das am Gothaischen Hofe nur wenigen zustand. Vor einigen Jahren war zudem eine Sonderausstellung unter dem Titel "Gothaer Originale" mit Bildern und Plastiken des inzwischen verstorbenen Gothaer Volkskünstlers Walter Beck im Regionalmuseum zu sehen. Darunter war auch ein Porträt Gallettis. Der Verbleib des Werks ist leider nicht bekannt. [Nach oben]

Gallettis Wirkungsstätte, das Gymasium

Das Ernestinum ist eine der ältesten Schulen im Lande und blickt auf eine fortschrittliche humanistische Tradition zurück. Das heutige Schulgebäude (Bild) wurde 1838 errichtet, also erst zehn Jahre nach Gallettis Tod. Zuvor fand der Unterricht in verschiedenen Gebäuden statt, darunter in den Schulräumen im nahen Augustinerkloster. Der Schulbau wurde 1859 anlässlich der Vereinigung von Lateinschule und Realgymnasium erweitert und erhielt den Namen Ernestinum (nach dem Gothaer Herzog Ernst dem Frommen).

Das Gymnasium hält viel auf seine Geschichte, denn neben Galletti wirkten weitere bekannte Gelehrte als Lehrer an der Schule bzw. seinen Vorläufern (darunter der Reformator und Luthergefährte Johannes Myconius, der utopische Schriftsteller Kurd Laßwitz, der Historiker und Gallettische Stilblüten-Erbe Karl Joachim Marquardt), andere spätere Größen gingen hier zur Schule.  [Nach oben | Mehr zum Gymnasium Ernestinum]

Augustinerkloster Gotha: "Hier ruhet Joh. Georg Aug. Galletti"

Hier ruhet
Joh. Georg Aug.
Galletti

Hofr. u. Prof. zu Gotha
geb. am 19. Aug. 1750
gest. am 26. März 1828

Wilhelmine Galetti
geborne Laurentii
geb. den 16. April 1769
gest. den 29. Januar 1841
Sanft ruhe die Asche

... steht auf der Grabplatte, die der interessierte Besucher im Kreuzgang an der Augustinerkirche findet. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn beigesetzt wurde er ursprünglich auf dem alten Stadtfriedhof am Brühler Tor (genannt Alter Gottesacker), an der Stelle, wo heute zwischen Bohnstedtstr. und Eisenacher Str. die Arnoldischule und das Stadtbad stehen. Der Friedhof wurde nach Angaben des Bestattungsinstituts 1874 geschlossen. Laut der Aufschrift auf dem Sockel, auf dem der alte Grabstein steht, wurde er 1904 zur Augustinerkirche gebracht. Wo er in den 30 Jahren dazwischen war, ist hier nicht bekannt, als sicher gilt jedoch, dass nur der Grabstein umgesetzt wurde, nicht die Gebeine. [Nach oben | Mehr zur Augustinerkirche]

Hier erfahren Sie mehr über Gotha und Thüringen - und ein Extra-Urlaubstipp

Aus idealer Ausgangspunkt für Streifzüge durch Thüringen, nicht nur nach Gotha, sondern auch nach Erfurt, Weimar, Jena, Arnstadt oder Rudolstadt, sei diese Ferienwohnung inmitten Thüringens empfohlen. Achtung! Sie begeben sich damit zum Autor dieser Seite. Soll keiner hinterher sagen können, man habe ihn nicht gewarnt ... Mehr zu Ihrem geplanten Besuch in Thüringen: Reisen zu Galletti


Nach oben

Sitemap